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Crossgolf: Traditioneller Hüftschwung in urbanen Gefilden

Mit Schläger und Ball durch den Großstadtdschungel, Crossgolf bringt frischen Wind in den Elitesport: Keine Regeln, keine Etikette – erlaubt ist, was Spaß macht.

Egal, ob abgelegenes Hafengebiet oder zentrale Grünanlage, nahezu jede urbane und ländliche Fläche, nahezu jedes noch so unkonventionelle Ziel wie Mülleimer oder Parkbank ist für die Rock’n’Roll-Variante des eher vornehmen Traditionssports geeignet. So variantenreich das Spiel, so zahlreich auch seine Bezeichnungen: X-Golf und Urban Golf sind beispielsweise zwei gängige Namen, die häufig in einem Atemzug mit Crossgolf genannt werden.

Safety First – die einzige Regel

Einheitliche Regeln sind ebenso Fehlanzeige wie akkurat geschnittene Golfplätze. Was bleibt ist die eigentliche Spielidee: Einen Ball in möglichst wenig Versuchen zu einem vorher ausgewählten Ziel zu schlagen. Wie und wo das genau vonstattengehen soll, kann zu Beginn des Spiels völlig individuell von allen Beteiligten festgelegt werden. Der Phantasie und Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Gespielt wird überall dort, wo sich ein schöner „Golf“-Parcour anbietet - sofern nicht ausdrücklich verboten. Rücksichtnahme auf Mitmenschen, Tiere, Natur und Fremdeigentum hat beim Crossgolfen grundsätzlich allerhöchste Priorität, von daher gilt für den beliebten Anarcho-Sport immer und überall: Safety First!

Minimales Equipment, maximaler Spaß

Im Gegensatz zum klassischen Golf beschränkt sich die Ausrüstung nur auf das Wesentliche, auf unnötiges Chichi wird komplett verzichtet. Keine Kleiderordnung, keine prall gefüllten Taschen mit umfangreichen Schlägersets - ein gewöhnlicher Golfschläger und ein Ball ist im Grunde genommen schon alles, was du für ein Spaß bringendes Crossgolf-Match brauchst. Zusätzlich noch ein sogenanntes Tee für den Abschlag oder eine kleine, handliche Kunstrasenmatte und du bist vollständig ausgestattet.

Natürlich hat auch die Sportartikelindustrie in den letzten Jahren nicht geschlafen und längst spezielles Crossgolf-Equipment auf den Markt gebracht. Von Markierungsspray, für das Kennzeichnen von Abschlägen und Zielen, über Leuchtbälle, für das nächtliche Turnier, bis hin zu Gummi- und Schaumstoffbällen, die deutlich weicher als gewöhnliche Golfbälle sind und bei Querschlägern um einiges weniger Schaden anrichten. Durchaus sinnvoll. Immerhin kann ein optimal getroffener Ball gut und gerne eine Geschwindigkeit von 200 km/h aufnehmen und entsprechend weit fliegen.

Übung macht den Meister

Um beim Crossgolf Bälle querfeldein zu spielen, benötigst du weder bestimmte Vorkenntnisse noch den Nachweis einer besonderen Platzreife. Vorteilhaft ist es sicherlich, wenn du ein gewisses Maß an Körpergefühl und Talent im Umgang mit Schläger und Ball mitbringst, letztendlich führt aber nur regelmäßige Praxis zur Verbesserung deines Spielstils. Darüber hinaus kann es auch nicht schaden, sich im Laufe der Zeit mit ein bisschen Training die Grundtechniken des regulären Golfens anzueignen. Du musst zwar nicht mit filigran ausgefeilten Schlägen glänzen, aber deine Trefferquote wird es dir danken.

Zurück zum Ursprung

Der Legende nach liegt der Ursprung des Golfsports in den Highlands. Im 17. Jahrhundert versuchten gelangweilte schottische Schäfer beim Hüten ihrer Schafe, kleine Steine mit dem Hirtenstab in ein Mäuseloch zu bugsieren – Crossgolf in seiner rudimentärsten Form war geboren und wurde zu dem normalen Golfspiel, wie wir es heute kennen. In den frühen Neunzigern entwickelte sich dann eine kleine Szene, die sich auf das ursprüngliche Spielprinzip besann und sich damit nicht unbedingt immer auf ganz legalem Terrain bewegte. Schon gut 20 Jahre zuvor schrieb allerdings ein amerikanischer Astronaut unbewusst Crossgolf-Geschichte: Alan Shepard, Kommandeur der Apollo 14, nutzte 1971 seine Chance und schlug die ersten Golfbälle auf dem Mond!

Crossgolf lebt

Inzwischen ist Crossgolf in der Gesellschaft etabliert. Es gibt Clubs und Zusammenschlüsse wie den Royal Urban Golf Club, die GolfFellas und natürlich die Natural Born Golfers, die seinerzeit als Vorreiter den Anstoß gaben, das Image des klassischen Golfsports auf den Kopf zu stellen. Mit Erfolg, wie sich heute zeigt. Der Trendsport erfreut sich weltweit größter Beliebtheit. Crossgolf gilt als Erlebnis und wird auch gerne mal für einen Betriebs- oder Familienausflug bei Event-Agenturen gebucht. So zum Beispiel auch bei Golfsession.ch, deren Bildmaterial auf dieser Seite zu sehen ist. Die Szene hingegen misst sich regelmäßig bei kleinen und großen, bei offiziellen und inoffiziellen Turnieren - Crossgolf ist in der Welt des Sports angekommen und lebt.

Dir ist das Golfen auf dem Golfplatz lieber?


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(Bildquellen: golfsession.ch/urbangolf.ch; iStock.com/Willard)

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