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Extrem wandern: Die 5 härtesten Wanderrouten der Welt

Im Frühtau zu Berge ziehen genügt dir nicht? Für Adrenalinjunkies und Abenteurer, die extrem wandern wollen, stellen wir fünf aufregende Routen vor.

1. Restauriert und doch riskant: Caminito del Rey, Spanien

Eine der extremsten Wanderrouten Europas liegt nicht etwa in den Alpen, sondern im südspanischen Málaga: Caminito del Rey bedeutet auf Deutsch so viel wie "kleiner Königspfad". Seinen Namen hat der Weg bekommen, weil König Alfonso XIII ihn 1921 überschritt. Besonders majestätisch dürften sich Wanderer bis vor Kurzem jedoch nicht gefühlt haben, wenn sie den Caminito del Rey passierten. Fehlende Geländer, bröckelnder Boden unter den Füßen und ein nur ein Meter schmaler Steg sorgten für schlotternde Knie und machten den Königsweg zu einer der gefährlichsten Wandertouren der Welt. Ein falscher Tritt und schon konnte man in die 100 Meter tiefe Schlucht stürzen.

Tödliche Unfälle waren hier keine Seltenheit und deshalb beschloss die spanische Lokalregierung 2001, den Caminito del Rey zu sperren. Abenteuerlustige Wanderer hielt das nicht vom Klettern ab. Erst 2014 begannen die Sanierungsarbeiten des Gefahrenpfads, seit März 2015 ist er wieder begehbar – jedoch nur mit Online-Voranmeldung und gegen Bezahlung. Restauriert bedeutet aber nicht, dass die Strecke nicht mehr riskant ist. Gute Kondition und eine professionelle Ausrüstung sind weiterhin gefragt, denn für den fast acht Kilometer langen Weg – davon 2,9 Kilometer Laufsteg durch die Luft – brauchst du gute vier bis fünf Stunden. Der Panorama-Ausblick, den du bei dieser Extremwanderung geboten bekommst, ist dafür wahrhaft königlich.

2. Spektakuläre Wandertour: Grande Randonnée 20, Frankreich

Bleiben wir vorerst noch in Europa, denn auf der Insel Korsika findet sich mit der Grande Randonnée 20 (GR 20) wohl die aufregendste Wanderroute des Kontinents. Der französische Fernwanderweg Nummer 20 ist definitiv nichts für schwache Nerven: Hier geht es entlang des 165 Kilometer langen Gebirgsgrats der bewaldeten korsischen Berge. Hoch ist der Weg und ziemlich steil, an manchen Stellen gar ungesichert. Ein Aufstieg ist nur im Sommer empfehlenswert, dann erleichtern gespannte Ketten zumindest auf einigen Abschnitten die Tour.

Für den gesamten GR 20 benötigen selbst geübte Wanderer etwa 15 Tage. Vor Überraschungen bist du auf dieser Extremwanderung nie sicher: Im Sommer 2015 kam es aufgrund starker Regenfälle zu einem Felssturz, der sieben Menschen das Leben kostete. Schönheit und Gefahr liegen auf den windgepeitschten und nach Kiefernharz duftenden Gipfeln ganz dicht beieinander.

3. Extremwanderung zwischen Lava und Gestein: Pacaya, Guatemala

Der Pacaya südlich von Guatemala-Stadt zählt zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Die glühenden Lavaströme der regelmäßigen Eruptionen ziehen Scharen von Wanderern an. Doch der Aufstieg auf den häufig qualmenden Pacaya ist nicht zu unterschätzen. Morgens und abends kann es richtig kalt werden, oft schleudert der Vulkan dem Himmel Asche entgegen, dann wird es dunkel. Für diese Art von extremem Wandern ist die richtige Ausrüstung unabdingbar: Eine wetterfeste Jacke, lange Hosen und festes Schuhwerk schützen dich davor, dass du dir an den scharfen und kantigen Lavasteinen die Beine aufschneidest. Eine Taschenlampe leuchtet dir im Aschedunkel den Weg. Hüte dich auch vor der heißen Lava, die schon so manche Schuhsohle zum Schmelzen gebracht hat. Zum Rösten von Marshmallows eignet sie sich dagegen ganz ausgezeichnet.

4. Extrem wandern auf schmalen Holzbrettern: Mount Huashan, China

Schwindelfrei solltest du auf jeden Fall sein, wenn du den 2155 Meter hohen Mount Huashan, den höchsten der fünf heiligen Berge Chinas, erklimmen möchtest. Mittlerweile machen sich nicht nur Pilger auf den Weg zum Kloster nahe des Gipfels, sondern auch Menschen aus aller Welt, die extrem wandern wollen. Ein wenig mulmig kann einem schon dabei werden, wenn man sich auf den nur 30 Zentimeter breiten – nicht besonders vertrauenswürdig aussehenden – Holzbohlen an der Felswand entlang schiebt. Metallringe sind dort hineingeschlagen, um zusätzlichen Halt zu geben, doch trotzdem tun sich im wahrsten Sinne des Wortes Abgründe direkt neben den Wanderern auf. Und wofür der ganze Aufwand? Für eine Tasse Tee im Gipfelkloster und eine gehörige Portion freigesetztes Adrenalin.

5. Anspruchsvolles Wandern: Snowman Trek, Bhutan

Der Snowman Trek verläuft in 5000 Metern Höhe über elf steile Pässe entlang des Himalaya-Hauptkamms, unweit der tibetischen Grenze, und bietet circa 25-tägige Wandertouren der Superlative. Der Anspruch an die Bergsteiger ist hoch, die Faszination, die dich beim Aufstieg überwältigen wird, aber auch. Denn hast du die schwierigen Wander- und Kletterbedingungen gemeistert, wirst du belohnt von spektakulären Bergpanoramen und einer unberührten Wildnis inklusive Gletscherbächen, Bergseen, Wasserfällen, Klosterburgen und dunstverhangenen Wäldern im Reich des Donnerdrachen.

(Bildquellen: iStock.com/flocu; iStock.com/PobladuraFCG; iStock.com/upixa)

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