Avocados
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Sind Superfoods auch Super-Dickmacher?

Sie sind exotisch, populär und haben nachweislich viele gute Inhaltsstoffe – doch wie gesund sind Superfoods wirklich? Und können Sie uns vielleicht sogar dick machen?

Superfoods versprechen uns Gesundheit, gutes Aussehen und Gesundheit. Ja, viele der Superfoods sind wirklich gesund. Doch was bei dem Hype um Avocados, Nüsse oder Smoothies leicht untergeht: Sie haben auch oft eine hohe Energiedichte. Und das heißt: Wer sie regelmäßig in großen Mengen zu sich nimmt, kann sich Extra-Pfunde auf die Hüften packen.

Avocados, Nüsse und Smoothies

Da sind zum Beispiel Avocados: Bestandteil etlicher Wraps, trendiger Pasta-Varianten und gesunder Snacks. Doch die tropische Frucht ist auch extrem fetthaltig und bringt es auf 217 Kalorien pro 100 Gramm. Oder Samen und Nüsse: Die sind zwar mit reichlich Eiweiß und Ballaststoffen im Wortsinne kerngesund, liefern aber auch überdurchschnittlich viele Kalorien – bei Pekannüssen sind es rund 700 auf 100 Gramm!

Das gleiche gilt für Smoothies. Die sind einerseits Vitaminbomben, andererseits aber auch sehr kalorienreich. Je nach Rezeptur kannst du von 160 Kalorien pro 100 ml ausgehen – das ist fast vier Mal so viel wie die gleiche Menge Cola hat.

Klar ist: Wenn man sich ständig gesundes Superfood ins Essen mixt oder zwischendurch gönnt, kann das nicht ohne Folgen für die Figur bleiben. Was also tun, wenn du nicht auf die Fitness-Power von Superfood verzichten, aber das auf der Waage nicht bereuen willst?

So nimmst du mit Superfoods ab

Wer abnehmen oder sein Gewicht halten möchte, sollte Superfoods ganz gezielt einsetzen. Wenn du also ein Fan von Smoothies bist, musst du dir klarmachen, dass sie wegen ihres hohen Gehalts an Fruchtzucker beim Abnehmen nur helfen, wenn sie eine Mahlzeit, etwa das Frühstück, ersetzen.

Und wenn dann noch Avocado, Öl oder Mandelmus drin sind, ist der Cocktail aus Fett und Fruktose eine heikle Mischung!

Tipp:
Viele der exotischen Superfoods kannst du durch einheimische Produkte ersetzen – und dabei Kalorien sparen. Getrocknete Gojibeeren etwa bestehen fast zur Hälfte aus Fruchtzucker. Die wertvollen Antioxidantien, die sie enthalten, findet man aber auch in Heidelbeeren oder Johannisbeeren. Und die haben frisch natürlich viel weniger Kalorien und schmecken auch noch besser.

Fett von Pistazien wird zum Teil nicht verdaut

Und noch etwas ist wichtig zu wissen: Wenn du abnehmen willst, solltest du nicht nur die Kalorien der Lebensmittel auf deinem Speisezettel zählen. Denn es gibt Superfoods, die zwar viel Energie liefern, aber trotzdem beim Abnehmen helfen. Zum Beispiel Pistazien. Die haben zwar (geröstet und gesalzen) 615 Kalorien pro 100 Gramm. Doch dank ihres hohen Fettgehalts sättigen sie auch besonders lange und dämpfen damit das Verlangen, zwischendurch nach Süßem zu greifen. Der besondere Vorteil von Pistazien: Unser Körper nimmt nicht all ihre Fette auf, sondern scheidet einen Teil von ihnen unverdaut wieder aus. Eine Studie der Universität Los Angeles zeigt, dass Pistazien, in Maßen gegessen, dazu beitragen, erfolgreich Gewicht zu verlieren.

Ähnliches gilt für die Avocado. Die grüne Powerfrucht ist richtig genossen trotz ihres hohen Fettgehalts kein Dickmacher. Denn ihr Fruchtfleisch sättigt lange und enthält wichtige Vitalstoffe. Das bescheinigt ihr auch die Zeitschrift „Ökotest“, bei der die Avocado durchweg positiv bewertet wurde. Eine Frucht deckt schon ein Drittel unseres Bedarfs an Ballaststoffen ab, senkt den Cholesterinspiegel und ihr hoher Kaliumgehalt wirkt entwässernd.

Die Dosis macht das Gift

Und was ist mit Chia-Samen, dem Superfood schlechthin? Die sind mit ihren Proteinen, Ballaststoffen, Anti-Oxidanten und Omega-3-Fettsäuren richtig gesund. Im Magen quellen sie auf und erzeugen so ein Sättigungsgefühl. Experten halten zwei bis drei Esslöffel Chia-Samen pro Tag für die richtige Menge.

Bei Nüssen zeigen Langzeitstudien, dass Menschen, die Nüsse essen, weniger zu Übergewicht neigen als Menschen, die keine Nüsse essen. Allerdings gilt angesichts des hohen Fettgehalts: Vorsicht bei der Dosierung! Und das gilt eigentlich für alle Superfoods. Wer auf sein Gewicht achtet, sollte sie nicht meiden, sondern ihre gesunde Power gezielt nutzen. Das heißt: Genieße regelmäßig Superfoods – aber setze sie nur in kleinen Mengen auf den Speiseplan.

Über Bruntje Thielke


Job und Familie halten die Hamburger Journalistin Bruntje Thielke (44, verheiratet, ein Sohn) ordentlich auf Trab. Was früher nur Bauchgefühl war, spiegelt sich in Zahlen wider, seit die Food-Expertin eine Fitness-Uhr trägt. An den meisten Tagen zeigt das Gerät weit mehr als die empfohlenen 10.000 Schritte an, die wir pro Tag zurücklegen sollten.