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Sport nach Grippeimpfung: Darauf musst du achten

Winterzeit ist Grippezeit. Jährlich lassen sich auch viele Sportler dagegen impfen. Was es beim Sport nach einer Grippeimpfung zu beachten gilt, liest du hier.

Erkältung oder Grippe – wo liegt der Unterschied?

Ein Husten, ein Nieser und leichtes Unwohlbefinden – schon kommt die bange Frage auf: Habe ich mir die Grippe eingefangen? Im Winter ist die Angst besonders groß und aus genau diesem Grund lässt sich wohl auch jedes Jahr rund ein Viertel der Deutschen gegen Grippe impfen. Das ist verglichen mit anderen Ländern übrigens noch recht wenig. Doch nicht jedes Kratzen im Hals oder jeder Temperaturanstieg kündigt eine Grippe an.

Eine Erkältung oder ein grippaler Infekt ist zwar überhaupt nicht angenehm, verläuft im Gegensatz zur Grippe oder Influenza jedoch weniger schwerwiegend. Eine Infektion der Schleimhäute, Bronchien oder des Halses äußert sich durch Husten, Halsweh, Schnupfen, Kopfschmerzen und leichtes Fieber, ist in den meisten Fällen aber nach einigen Tagen wieder auskuriert.

Die Grippe dagegen wird durch Influenzaviren übertragen. Nach einer Infektion mit diesen treten nicht bloß die typischen Erkältungssymptome wie Husten oder Schnupfen auf, sondern hohes Fieber um die 40 Grad, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Erbrechen können die Folge sein. Bis du dich von einer Influenza erholt hast, vergehen gut zwei Wochen. Die große Gefahr bei einer Grippe besteht außerdem darin, dass die Viren dein Immunsystem so sehr schwächen, dass es sich nicht mehr gegen andere Erreger wehren kann und somit weitere Erkrankungen drohen. An den Folgen der Grippe sterben nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Deutschland jährlich etwa 16.000 bis 20.000 Menschen – der Großteil an sogenannten bakteriellen Superinfektionen, also Folgeerkrankungen durch weitere Erreger.

Für wen ist eine Grippeimpfung sinnvoll?

Eine Grippeimpfung wird vor allem für bestimmte Risikogruppen empfohlen. Dazu zählt die Ständige Impfkommission (STIKO) ältere Menschen über 60 Jahre und Schwangere (ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel). Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, Diabetes oder Herzleiden ist eine Grippeimpfung ebenfalls sinnvoll. Dasselbe gilt für Menschen mit einer Immunschwäche.

Unabhängig davon, ob du Sport treibst oder nicht, könnte eine Grippeimfpung sinnvoll für dich sein, wenn du zu einer der oben genannten Risikogruppen gehörst. Auch wenn du in deinem Beruf, zum Beispiel als Alten- oder Krankenpfleger, viel Kontakt zu anderen Menschen und insbesondere zur Risikogruppe hast, ist die Impfung empfehlenswert.

Auch als Sportler triffst du im Verein, im Club oder bei Wettkämpfen in der Regel mit vielen Menschen zusammen. Zu deinem eigenen und auch zum Schutz der anderen solltest du eine Grippeimfpung in Betracht ziehen. Insbesondere, wenn du regelmäßig trainierst und Turniere besuchst. Denn in dem Fall kann es dich im Training stark zurückwerfen, wenn du aufgrund einer Grippe dazu gezwungen bist, mehrere Wochen auszusetzen. Bedenke jedoch, dass eine Grippeimpfung keine hundertprozentige Garantie ist, nicht an Influenza zu erkranken, da es eine Vielzahl von Erregern gibt. Das Risiko wird dadurch aber erheblich gesenkt.

Grippeimpfung: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Vermehrt tritt die Grippe im Januar und Februar auf. Ratsam ist es deshalb, sich schon im Herbst dagegen impfen zu lassen, weil es gut 10 bis 14 Tage dauert, bis der Körper nach der Injektion einen ausreichenden Schutz aufgebaut hat. Susanne Glasmacher vom Robert Koch-Institut empfiehlt, die Grippeimpfung im Oktober oder November durchzuführen und jährlich aufzufrischen. Doch auch wenn du den Termin im Herbst verpasst hast, kann das Nachholen der Impfung Anfang des Jahres noch sinnvoll sein, um dir den Rest des Winters Schutz zu bieten.

Als Sportler solltest du dich vor der Grippeimpfung fragen: Wann habe ich meine nächsten wichtigen Wettkämpfe? Führe die Impfung möglichst nicht direkt davor oder danach durch. Auch bei einer Erkältung, Fieber oder einem anderen Infekt ist es ratsam, den Impftermin zu verschieben, bis die Krankheit auskuriert ist.

Sport nach Impfung: Gönn dir eine Pause!

Bei einer Grippeimpfung werden in der Regel sogenannte Totimpfstoffe verwendet. Das bedeutet, dass der injizierte Impfstoff aus Bruchstücken abgetöteter Influenzaviren besteht, die keine Grippeerkrankung mehr hervorrufen können, aber dennoch den Körper beziehungsweise das Immunsystem dazu bewegen, sich mit den Erregern auseinanderzusetzen und einen Schutz in Form von Antikörpern dagegen aufzubauen.

Im Gegensatz zu Lebendimpstoffen mit abgeschwächten Impfviren, die etwa bei Gelbfieber oder Masern zum Einsatz kommen, wird der Körper bei der Grippeimpfung nicht so stark beansprucht.Dennoch geht diese nicht spurlos am Organismus vorbei und schwächt das Immunsystem erst einmal für ein bis zwei Tage. Sportlern wird daher empfohlen, eine zweitägige Trainingspause – insbesondere bei Extremsportarten und Leistungssport – einzulegen.

In den Tagen direkt nach der Impfung wird dein Körper ohnehin nicht zu seiner vollen Leistungsbereitschaft fähig sein. Er benötigt die Energie, um einen Schutz gegen die Erreger aufzubauen. Würde er noch zusätzlich Kraft dazu aufwenden müssen, um etwa den Muskelaufbau oder die erhöhte Herzfrequenz beim Sport zu regulieren, würde ihm diese bei der Stärkung des Immunsystems fehlen.

Wenn du partout nicht zwei Tage mit dem Sport nach der Impfung warten willst, belasse es bei moderatem Training, zum Beispiel Joggen in gemütlichem Tempo. Leistungssportler sollten mit ihrem Arzt und Trainer sprechen und für die nächsten 48 Stunden einen Trainingsplan aufstellen, der den Körper weniger beansprucht und sich etwa auf die Schulung des Gleichgewichts oder Kordinationsübungen fokussiert.

Bedenke: Nebenwirkungen sind möglich

Es handelt sich bei der Grippeimpfung zwar nur um einen kleinen Piekser, insbesondere die Einstichstelle kann sich nach der Injektion jedoch röten, anschwellen oder schmerzen. Auch auf der Haut um die Stelle herum zeigen sich möglicherweise Reaktionen oder Reizungen.

Des Weiteren können noch am selben oder darauffolgenden Tag Symptome wie Gliederschmerzen, Müdigkeit, leichtes Fieber oder Frösteln auftreten, was der Grippeimpfung den Ruf eingebracht hat, dass sie die Grippe erst hervorrufe, bevor sie davor schütze. In Wahrheit sind dies jedoch Nebenwirkungen, die nach ein bis zwei Tagen abklingen. Zeigt dein Körper Nebenwirkungen, solltest du mit dem Sport nach der Grippeimpfung warten, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind. Sind die Beschwerden auch nach drei Tagen noch nicht verschwunden, konsultiere deinen Arzt, um andere Erkrankungen auszuschließen.

Training bei Erkältung: So weit darfst du gehen

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