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5 Zuckeralternativen und was wirklich in ihnen steckt

Dass Haushaltszucker nicht gesund ist, wissen wir. Aber manchmal muss es eben einfach süß sein. Zuckeralternativen gibt’s einige, aber sind sie wirklich besser?

1. Stevia

In Südamerika hat Stevia eine lange Tradition als Zuckeralternative. In der EU wurde der Süßstoff aus der Stevia-Pflanze erst 2011 offiziell für Lebensmittel zugelassen. Für Stevia spricht, dass es so gut wie keine Kalorien enthält, sich nicht auf den Insulinspiegel auswirkt, damit auch für Diabetiker geeignet ist und die Zähne nicht schädigt. Nachteil von Stevia ist ein leicht bitterer Eigengeschmack.

Ein reines Naturprodukt ist Stevia trotz seines pflanzlichen Ursprungs zudem in den meisten Fällen nicht. Die meisten Stevia-Produkte im Handel bestehen aus Steviolglycosiden, die in einem aufwendigen chemischen Verfahren aus der Pflanze extrahiert werden, wie Elektra Polychronidou vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke in einem Interview mit „Spiegel Online“ erklärt. Stevia zählt zu den Süßstoffen, und für die gibt es Tageshöchstdosis-Empfehlungen. Bei Stevia gelten vier Milligramm Steviolglycosid pro Kilogramm Körpergewicht als gesundheitlich unbedenklich – eine Menge, die beispielsweise mit Light-Getränken leicht überschritten werden kann.

2. Honig

Ein reines Naturprodukt hingegen ist Honig. Er wurde von unseren Vorfahren schon in der Steinzeit zum Süßen genutzt, lange bevor Haushaltszucker überhaupt erfunden war. Um Kalorien zu sparen, ist diese Zuckeralternative gänzlich ungeeignet. Honig hat nämlich nur einen unwesentlich niedrigeren Brennwert. Dafür enthält er im Gegensatz zum herkömmlichen Kristallzucker allerdings diverse gesunde Inhaltsstoffe, unter anderem Antioxidantien, Kalium, Calcium, Eisen, Magnesium und die Vitamine B und C. Honig wird außerdem eine antibakterielle und wundheilende Wirkung nachgesagt. Er enthält allerdings auch diverse Zuckerarten, darunter Glukose und Fruktose. Und da Honig zudem auch noch schön klebrig ist, ist er noch zahnschädigender als handelsüblicher Kristallzucker. Das Naturprodukt kann Spuren von Blütenpollen und anderen natürlichen Substanzen enthalten, die für Allergiker und Babys unter einem Jahr problematisch sein können.

3. Dicksäfte

Vor allem bei Menschen, die möglichst auf stark verarbeitete Lebensmittel verzichten wollen, sind Dicksäfte beliebte Zuckeralternativen. Sie werden aus dem Saft von Agaven, Äpfeln, Trauben oder Birnen gewonnen. Der Saft wird durch eine Vakuumtechnik zu einem dickflüssigen Sirup konzentriert, der etwas süßer ist als die vergleichbare Menge Zucker. Viele der gesunden Inhaltsstoffe des pflanzlichen Ausgangsmaterials, darunter Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente und teilweise auch sekundäre Pflanzenstoffe bleiben in größeren Mengen in Dicksäften erhalten. Allerdings enthält die natürliche Zuckeralternative auch jede Menge Fruktose, also Fruchtzucker. Der wird vom Körper zwar langsamer aufgenommen als herkömmlicher Haushaltszucker und lässt den Blutzuckerspiegel daher nicht so stark in die Höhe schnellen. Manchen Menschen schlagen größere Mengen Fruchtzucker aber auf den Dünndarm, was zu Bauchschmerzen und Verdauungsproblemen führen kann.

4. Ahornsirup

Ahornsirup ist die Mineralstoffbombe unter den Zuckeralternativen – da kann auch Honig nicht mithalten. Die komplett natürliche Süße enthält Calcium, Eisen, Phosphor, Kalium und Eiweiß. Außerdem enthält Ahornsirup pro 100 Gramm nur 250 Kalorien und zählt damit zu den kalorienärmeren natürlichen Zuckeralternativen. Zum Vergleich: In 100 Gramm Haushaltszucker stecken 405 Kalorien – und keinerlei gesunde Inhaltsstoffe. Honig und Dicksäfte schlagen immerhin mit rund 300 Kalorien pro 100 Gramm zu Buche. Zur Herstellung des süßen Sirups wird aus Löchern in der Baumrinde Ahornsaft abgezapft, der dann zu dickflüssigem Sirup eingekocht wird. Ahornsirup kann einen recht starken Eigengeschmack haben, was vielen Speisen eine besondere Note gibt, aber nicht zu allen passt.

5. Zuckerrübensirup

Auch Zuckerrübensirup punktet als mineralstoffreiche Zuckeralternative. Er enthält Kalium, Phosphor, Magnesium und vergleichsweise viel Eisen. Der Geschmack ist allerdings nicht jedermanns Sache. Wie Ahornsirup ist auch Zuckerrübensirup ein reines Naturprodukt, das auf eine lange Tradition zurückblickt. Zur Herstellung werden Zuckerrüben zunächst klein gehäckselt, für mehrere Stunden gedämpft und dann ausgepresst. In 100 Gramm Zuckerrübensirup stecken etwa ein halbes Kilogramm Zuckerrüben und noch viele ihrer gesunden Inhaltsstoffe.

Bildquellen:

nambitomo

showcake

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