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Den „Alaska-Faktor“ in Szene gesetzt

Drei Münchner sind mit Ski, Kite, Eisschrauben, Gleitschirm und Kamera am Mount Blackburn unterwegs – und lernen dort die Tücken Alaskas kennen.

Kurz vor der Landung an den Füßen des Mount Blackburn hatte sie ihr Pilot noch auf den „Alaska-Faktor“ hingewiesen: „In Alaska ist alles größer, weiter und härter als irgendwo anders“. Es sollte nicht lange dauern, bis die drei Münchner Philip Kuchelmeister (31), Sebastian Bubmann (29) und Andreas Hillmer (34) genau das am eigenen Leibe zu spüren bekommen.


Rund zwei Jahre haben sich die drei Freunde intensiv auf ihre ungewöhnliche Multisport-Expedition am Mount Blackburn, des 4996m hohen vergletscherten Schichtvulkans in Alaska, vorbereitet. Unzählige Stunden haben sie in der bayerischen Heimat Pläne geschmiedet: 1000 Höhenmeter lang Skibergsteigen, weitere 1000 Höhenmeter klettern durch den Eisgrat, Snowkiten der letzten 1000 Höhenmeter zum Gipfel und schließlich per Ultraleicht-Gleitschirmen zurück zum Basislager. Soweit der Plan.

Wechselnde Wetterbedingungen und teilweise unberechenbare Natur – das hatten die Sportler einkalkuliert. Und doch wurden sie von den Verhältnissen in der Abgeschiedenheit Alaskas überrascht. Auch nach dem vierten Versuch der Gipfelbesteigung müssen sie wegen extrem schlechter Sicht abbrechen: Vor Nebel sieht man kaum die Hand vor Augen. Aber die eingeschworene Gruppe will nicht aufgeben. Es folgt ein fünfter, sechster, siebter Versuch - Aber der „Alaska-Faktor“ schlägt gnadenlos zu und verhindert eine Ankunft am Gipfel.


Der Plan ging nicht auf, natürlich ärgert sich die Münchner Truppe. Ihr sportliches Ziel ist gescheitert. Aber ist ihnen dadurch auch ihre BeatYesterday-Erfahrung verwehrt geblieben?


Kaum. Denn BeatYesterday heißt eben nicht immer: Höher, schneller, weiter hinauf. Philip, Sebastian und Andreas haben bewiesen, dass Sportarten wie Kitesurfen und Gleitschirmfliegen, die man eher gemeinhin als Funsport kennt, sich mit klassischem Alpinismus eindrucksvoll kombinieren lassen. Denn all das haben sie dennoch am Mount Blackburn absolviert. Dort, wo es die Wetterbedingungen zugelassen haben.

Und zu unserem großen Glück haben die Jungs von ihrem Abenteuer in 2014 beeindruckendes Bildmaterial mitgebracht, dass beim Zuschauer gleich Fernweh und grenzenlosen Freiheitsdrang auslöst. Insofern: Play drücken, Vollbildmodus ein, sich von den Bildern fesseln lassen!



Philip Kuchelmeister (31) lebt nach wie vor in München und ist dort im Hotelgewerbe tätig. Ihn juckt es schon, zurückzukehren und die Herausforderung erneut anzunehmen: „Es ist machbar – davon bin ich überzeugt!“ Sebastian Bubmann (29) ist mittlerweile in seine Heimat nach Flensburg zurückgezogen, wo er Entwicklungsprojekte mit Fokus auf Flutfrühwarnsysteme etc. begleitet. Er erinnert sich: „Die völlige Abgeschiedenheit wünsche ich mit oft wieder zurück, wenn ich in einer überfüllten U-Bahn sitze. Ich bin einfach nur dankbar für dieses geniale Abenteuer“. Andreas (34) ist in München Facharzt für Urologie und sagt: „Es war eines der prägensten Ereigenisse meines Lebens. Nicht nur aus sportlicher Sicht.“


(Fotos: http://blackburn2014.com; Anton Lefterov)

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