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Intuition: So vertraust du deiner inneren Vorahnung

Deine Intuition ist ein verlässlicher, weiser Ratgeber. Dennoch hören wir öfter auf den Verstand als auf das Gefühl. Mit diesen Tipps lernst du, deiner Intuition zu folgen.

Was bedeutet Intuition?

Stell dir einmal vor, du kommst an eine Weggabelung und musst sofort einen der beiden Wege einschlagen, ohne nachdenken zu dürfen. Den Weg, den du wählst, hast du mit dem Bauch ausgewählt. Die Intuition entscheidet für dich, indem sie unterbewusst analysiert. Da du diesen Entscheidungsprozess nicht steuern kannst, hast du den Eindruck, ein Gefühl entscheide für dich. Deswegen wird die Intuition auch häufig als „Bauchgefühl“ bezeichnet. Sportler, wie zum Beispiel Handballer, Fußballer, Tennisspieler oder Downhillbiker, müssen im Wettkampf in wenigen Millisekunden eine Entscheidung treffen. Sobald sie anfangen, über eine Aktion nachzudenken, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie gelingt. Man kann also mit Recht behaupten, dass die Intuition in diesen Situationen mächtiger ist als der Verstand.

Die Intuition ist geballtes Wissen

Neurowissenschaftler haben die Intuition als ernstzunehmenden Forschungsgegenstand erkannt. Sie konnten nachweisen, dass sich das Bauchgefühl aus dem Unterbewussten speist. Denn unser Bewusstsein kann nicht alle Informationen verarbeiten, mit denen es ständig überflutet wird. Es konzentriert sich auf das Wesentliche und blendet das weniger Wichtige quasi aus. Ausblenden bedeutet in diesem Fall, dass es die Informationen, die derzeit nicht wichtig sind, ins Unterbewusstsein schiebt. Dort werden sie in Höchstgeschwindigkeit analysiert, geordnet und gefiltert. Sie bilden einen riesigen Datenspeicher vieler Details und Nebensächlichkeiten, welche die Grundlage für die Intuition bilden. Erst wenn eines dieser Details akut benötigt wird, ploppt es im Bewusstsein auf und hilft, mit der Situation umzugehen. Doch auch das passiert unbewusst, deswegen fühlt sich der Vorgang eher wie ein diffuses Bauchgefühl an als wie eine Erinnerung.

Kann ich Intuition lernen?

Intuition musst du gar nicht lernen. Du besitzt sie längst. Jeder Mensch verfügt über diesen riesigen unterbewussten Datenspeicher. Viele Menschen haben lediglich verlernt, den aus dem Datenspeicher auftauchenden Informationen zuzuhören. Psychologen nehmen an, dass wir täglich nur rund 20 Prozent aller Entscheidungen intuitiv treffen, 80 Prozent aller Entscheidungen sind vom Verstand bestimmt. Dabei wäre ein umgekehrtes Verhältnis oft befriedigender. Stell dir zum Beispiel einmal vor, du sitzt im Restaurant und studierst die Speisekarte. Auf der ersten Seite entdeckst du ein Gericht, das dich total anspricht. Statt es sofort zu bestellen, hörst du auf den Verstand, der dir sagt, dass doch weiter hinten in der Karte vermutlich dein Lieblingsgericht steht, das du immer – und auch dieses Mal – wählst. Durch die verstandsbedingte Entscheidung bringst du dich um eine spannende, neue Erfahrung.

 

Ein anderes Beispiel: Beim Kartenspiel mit Freunden rät dir dein Bauch, einen unkonventionellen Zug zu machen. Deine Vernunft setzt sich durch, Du gehst auf Nummer sicher – und verlierst die Runde. Auf intuitiver Ebene hattest Du in der Körpersprache oder Mimik deines Mitspielers Verunsicherung oder einen Bluff gewittert. Weil dein Verstand dafür keine Belege mehr gefunden hat, bringt er dich um den Sieg. Du siehst, deine Intuition kann dir vieles ermöglichen, wenn du nur auf sie hörst. Ihr besser zuzuhören, kannst du aber mit ein paar Übungen ganz einfach schulen.

So hörst du auf dein Bauchgefühl – 10 effektive Übungen

Um das Vertrauen in deine Intuition zu verbessern, musst du nicht viel tun. Es reicht, wenn du so oft es geht eine der folgenden Übungen durchführst. Das Gute: Viele davon funktionieren sogar ganz nebenbei!


1. Höre in dich hinein

Schließe für einen Moment die Augen und versuche, deinem Atem zu folgen. Spüre das Heben und Senken deiner Brust. Wie fühlt sich dein Körper an? Sind deine Beine, Arme und dein Kopf leicht oder schwer? Wohin schweifen deine Gedanken? Halte sie nicht fest und lenke sie nicht in eine Richtung, sondern versuche geistig loszulassen.

 

2. Beobachte dein Umfeld

Wenn du in der Bahn sitzt oder in der Supermarktschlange stehst, beobachte einmal genau, was du um dich herum siehst. Nimm ganz bewusst die vielen kleinen Details wahr, die dir sonst selbstverständlich erscheinen.

 

3. Widme dich Kritzeleien

Egal ob du es am Telefon oder in der Mittagspause tust, lass den Stift einfach ganz nach seinem Willen über das Papier fahren. Mach dir dabei keine Gedanken darüber, was jemand denken könnte, der dieses Bild später sieht. Es ist nur für dich. Du wirst erstaunt sein, was du unbewusst so aufs Papier bringst.

 

4. Such die Stille

Es heißt nicht umsonst „In der Ruhe liegt die Kraft“. Wenn du allein bist und dich keine Umgebungsgeräusche ablenken können, musst du dich mit dir selbst auseinandersetzen. Was macht das Alleinsein mit dir? Versuche zu spüren, welche Gefühle es in dir auslöst.

 

5. Gönn dir Verwöhnung

Lass dich massieren, geh in die Sauna oder verspeise ohne Reue den Schokoladen-Muffin. Gib deinen Gelüsten mal nach, statt sie dauernd einzuschränken. Genieße bewusst, was dir gut tut.

 

6. Geh einkaufen

Bummle in einem Laden, ohne dass du etwas Spezielles brauchst, und lass dich von deinen Wünschen leiten. Oft suchst du dann Teile aus, in denen du dich wohler fühlst oder die eher zu deiner Persönlichkeit passen.

 

7. Geh tanzen

Beim Tanzen stellst du dich intuitiv auf deinen Partner ein und gibst vielleicht auch die Verantwortung für einen Moment ab. So lernst du, die Entscheidungen mal einem anderen Part, als deinem Gehirn zu überlassen.

 

8. Rate beim Krimi mit

Egal ob als Buch oder im Fernsehen, Krimis legen es immer darauf an, dich möglichst lange im Dunkeln tappen zu lassen. Rate beim nächsten Mal mit. Wenn du den Täter durchschaust, liegt es vermutlich an intuitiv wahrgenommenen Details.

 

9. Schreibe deine Träume auf

Oft träumen wir die fantastischsten Dinge, aber sie sind meist bald nach dem Aufstehen wieder vergessen. Widme den Geschichten, die aus deinem Unterbewusstsein entspringen, etwas Aufmerksamkeit. Lege dir ein Notizbuch auf den Nachttisch und schreibe dir alles auf, was dir noch präsent ist.

 

10. Treibe Sport

Wer sich bewegt, lernt seinen Körper besser einzuschätzen. Sportler spüren sehr genau, wo ihre Belastungsgrenze liegt, wie viel sie sich zumuten können. Dahinter steckt ein Bewusstsein für den eigenen Körper und die innere Stimme. Lass dich beim Sport auch mal auf neue Reize ein: Erforsche eine neue Laufrunde oder lass dich von deinem Fahrradcomputer leiten.

(Foto: iStock.com/SanneBerg, iStock.com/ASIFE)

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