© Sebastian Medwed

Auf dem Weg zum Ultramarathon: Es gibt viel zu tun

Noch 227 Tage bis zum ersten Ultramarathon. Vermutlich schweißtreibende Tage mit vielen Trainingseinheiten, Tage voller Entbehrungen, Tage in denen es heißt: #BeatYesterday

In meinem letzten Kolumnen-Beitrag habe ich euch erzählt, wie ich zum Läufer geworden bin und warum ich mich dafür entschieden habe, einen Ultramarathon zu laufen. Mit meinem zweiten Artikel möchte ich euch gerne einen Eindruck geben, wie mein Training momentan aussieht und wo es noch Verbesserungspotential gibt.

Kurz zusammengefasst: Mein Training läuft. Ich fühle mich fantastisch!

Ich bin hoch motiviert, konzentriert und fest entschlossen, dass ich es schaffe. Darüber hinaus fühlt es sich gut an, wieder an meinem Ziel zu arbeiten, vollkommen fokussiert zu agieren und meinem inneren Schweinehund – in meinem Fall ist es ein Bär – zu zeigen, dass ich es bin, der das Sagen hat. Denn in den letzten Monaten war es manchmal durchaus anders herum.

So habe ich es nach meinem ersten Marathon im Mai recht gemütlich angehen lassen. Wenn ich so darüber nachdenke vielleicht ein wenig zu gemütlich. Der ein oder andere längere Lauf stand durchaus auf meinem Programm. Von einer Trainingshochphase mit enormen Fortschritten kann ich euch allerdings nicht berichten. Eher im Gegenteil: Vorwiegend habe ich mich mit kleineren Läufen zwischen 8 und 10 Kilometern begnügt und zugegebener Weise ebenso meine Ernährung ein wenig vernachlässigt.

Solche Phasen sind, wie ich finde, jedoch auch vollkommen normal – wir sind ja schließlich keine Maschinen. Allerdings ist es ebenso wichtig, wenn auch nicht leicht, danach seinen Fokus wieder zu finden. Mir hilft es an dieser Stelle oftmals, für einen Moment in mich zu gehen und mich zu fragen: Warum möchte ich mein Ziel unbedingt erreichen? Dies zu visualisieren und dann einfach gestärkt weiter zu machen! Ich finde sowieso, dass „einfach mal machen“ der Tore öffnende Schlüssel für so vieles im Leben ist! Versucht es, das funktioniert. Bei mir läuft es wieder!

Einblicke in mein momentanes Ultra Training

Doch zurück zu meinem momentanen Trainingspensum. Meine typische Woche sieht gegenwärtig so aus, dass ich im Schnitt drei bis vier Läufe absolviere, meistens nach der Arbeit. Drei Viertel der Läufe haben dabei einen geringeren Trainingsumfang, sprich zwischen 8-10 Kilometern, um wieder in Tritt zu kommen und mich an die Regelmäßigkeit zu gewöhnen.

Ein Lauf pro Woche geht jedoch auf die Langdistanz und umfasst bei mir gegenwärtig zwischen 16 Kilometern und der klassischen Halbmarathondistanz von 21,0975 Kilometern. Diesen langen Lauf packe ich mir hierbei gerne ins Wochenende, da bei mir der Zeitaufwand zwecks Vorbereitung, das Laufen an sich, inkl. Duschen, Regenerationsphase, Auffüllen der Kohlenhydratspeicher etc. durchaus mal 4-5 Stunden und somit fast einen halben Tag an Zeit verschlingt. Alles in allem lege ich so pro Woche ca. 35 Kilometer zurück, Tendenz steigend.

Es gibt jedoch auch noch viel Verbesserungspotential

Meine weitaus größeren Baustellen betreffen einen Teil meiner Ernährung sowie die Kräftigung meines Oberkörpers.

Angefangen mit dem ersteren: Wäre ich Superman, dann wäre Zucker mein Kryptonite, die Achillesverse des Achilles beim Kampf in der Schlacht um Troja, das Blatt auf dem Körper von Siegfried bei seinem Bad in Drachenblut. Denn er macht mich verwundbar! Leider widerstehe ich diesen süßen Leckereien, sei es Schokolade, Gummibärchen, Muffins oder ein Crêpe in der Mittagspause, als Sportler einfach noch viel zu selten! Zeitgleich geht mir mein süßes Laster jedoch so richtig auf die Nerven, denn als Läufer mit dem Ziel einen Ultramarathon zu finishen, vermiest mir diese Art der Ernährung einfach die Performance. Dieses Manko muss ich schleunigst beheben, Disziplin ist hier gefragt.

Weiteres Verbesserungspotential existiert beim Training meines Oberkörpers. Als Ausgleichssport zum Laufen integriere ich zwar regelmäßig Klimmzüge, Schulterübungen sowie Liegestütze in meinen Trainingsplan – vor den für einen Läufer alles entscheidenden Übungen habe ich mich bisher allerdings immer gedrückt. Das bedeutet, dass leider nach wie vor kein Bauchtraining und viel zu wenig Core Training im Sinne von Planks sowie Übungen zur Kräftigung des unteren Rückens auf meinem Programm stehen. Auch hier muss sich schleunigst etwas ändern, denn dass mir diese halbherzige Herangehensweise nicht gut tut, merke ich immer wieder im Alltag bei längeren Laufeinheiten. So ist es im gewissen Maß durchaus normal, dass der Torso bei längeren Laufeinheiten an Spannung verliert, ich bei nachlassenden Kräften mit meinem Oberkörper ein stückweit in mich zusammensacke und mein Rücken das ein oder andere Mal zwickt – insbesondere wenn ich diese Läufe mit einem Trinkrucksack bestreite. Ich finde allerdings, dass mir bei 16 bis 21 Kilometern so etwas einfach nicht passieren darf. Schon gar nicht in Anbetracht meiner Ultra-Ambitionen.

Auf meinem Weg zum Ultramarathoni muss ich demnach noch einiges ändern und genau daran werde ich fortan auch verstärkt arbeiten. Denn was nicht ist, kann ja noch werden. Soweit mir bekannt ist, ist obendrein noch kein Ultraathlet als Ultraathlet geboren worden. Disziplin, eiserner Wille und Leidenschaft sind hier die Schlüsselworte sowie einfach mal machen – BeatYesterday-Mentalität eben! Folglich habe ich mich als ersten Schritt in die richtige Richtung dazu entschieden, in den nächsten 30 Tagen an der #BeatYesterday Plank Challenge teilzunehmen. Auf meine Ernährung achte ich bereits verstärkt mit ersten Erfolgen, mein Süßigkeiten-Konsum sinkt – Keine Macht dem Kryptonite!

So geht es Schritt für Schritt voran. Mal schauen was die nächsten Wochen so bringen! Stay strong, stay positive and #BeatYesterday!

Bis bald,
Sebastian

Sebastians #BeatYesterday-Kolumne


Sebastian Medwed ist 27 Jahre alt und mittlerweile begeisterter Freizeitläufer. Er schreibt auf BeatYesterday.org über seinen #BeatYesterday-Weg und die damit verbundenen Herausforderungen und Erfahrungen im alltäglichen Läuferdasein.

Kolumne 01 - Vom Nicht-Läufer zum Ultramarathoni
Kolumne 02 - Auf dem Weg zum Ultramarathon: Es gibt viel zu tun