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Laufen als Kulturbrücke: Zu Fuß nach Schanghai

Kai Markus Xiong ist auf dem Weg von Hamburg nach Schanghai - zu Fuß. Neben sportlichem Ehrgeiz zählt für den Läufer dabei vor allem die Völkerverständigung.

Vier Tage vor dem großen Start in Hamburg kommt Kai Markus Xiong wortwörtlich zum #BeatYesterday Interview bei uns in der Redaktion vorbeigelaufen. Ein kleiner Trainingslauf vom letzten Pressetermin zum nächsten. Kai Markus wirkt entspannt, aber entschlossen: Sein Ziel ist Schanghai, 12.000 Kilometer zu Fuß.

Natürlich ist Kai Markus Sportler durch und durch, Extremsportler ist wohl treffender aufgrund der Herausforderung, die er sich da ausgesucht hat. Aber seine Motivation geht über den Aspekt des sportlichen Ehrgeizes hinaus: „Ich möchte laufend eine Kulturbrücke von Deutschland bis nach China schlagen, ein paar Schritte auf die anderen Kulturen zugehen.“

Ein paar Schritte kommen dabei in der Tat auf dem Schrittzähler seiner fenix3-Smartwatch zusammen, denn der Weg nach China führt unter anderem über Polen, Weißrussland, Russland, Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan. „Je mehr man Richtung Osten kommt, desto fremder werden die Länder für uns im Allgemeinen. Ich möchte natürlich auch medialen Fokus darauf bringen, wie schön es dort ist.“

Regionale Unterstützung und Austausch der Kulturen

Der Start vor der Hamburger Elbphilarmonie ist nun drei Monate her, mittlerweile hat es Kai Markus bereits bis nach Gazli in Usbekistan geschafft. Am Telefon erzählt er: „Die regionale Unterstützung, die wir hier bisher erfahren, ist irre. Die lokalen Polizeikräfte fragen immer wieder, ob wir genug Brot und Wasser haben und so weiter. Damit haben wir gar nicht gerechnet.“ Durch seine aufmerksamkeitsstarke Aktion kommt Kai Markus so ganz automatisch überall entlang seiner Route mit den Einheimischen in Kontakt.

Kein Abenteuer ohne genaue Planung

Damit hält er bisher genau seinen Plan ein, den er im Vorfeld monatelang akribisch ausgearbeitet hat. Planung ist überhaupt das A und O bei einem so komplexen Vorhaben. Kumpel Victor bestreitet das Abenteuer im Begleitfahrzeug, einem alten VW Käfer, stellt die Versorgung und jeweils das Nachtlager sicher. Regionale Benimmregeln, Nachtläufe aufgrund großer Hitze oder Regionen, in denen man kaum so viel Wasser und Benzin mitnehmen kann, wie die Strecke lang ist – alles muss von den beiden bedacht werden.

Der emotionale Höhepunkt steht noch bevor

„Ich habe als Kind ein ‚Was ist Was?’-Buch von meinen Großeltern geschenkt bekommen: ‚Das alte China’. Seitdem hat mich das Land nicht mehr losgelassen.“ Neben dem großen Ziel Schanghai gibt es außerdem noch einen emotionalen Höhepunkt auf der Strecke für Kai Markus: Der Heimatort seiner aus China stammenden Frau, deren Nachnamen er auch trägt: Yichang in der Provinz Hubei. „Es wäre unvorstellbar, durchs Land zu laufen und nicht bei den Schwiegereltern Hallo zu sagen und ihnen dadurch Respekt zu zeigen,“ erzählt er über die dortigen Familienwerte.

Das #BeatYesterday Aufwärmprogramm

Für das morgendliche Aufwärmprogramm hat sich Kai Markus noch etwas Besonderes einfallen lassen: „Victor und ich versuchen, jeden Tag „Plus Eins“ zu machen. Also am ersten Tag eine Liegestütze und einen Sit-up, am nächsten zwei und so weiter. Wir würden uns freuen, wenn die Leute über die sozialen Netzwerke mitmachen und uns so ihre Unterstützung zeigen.“ Ob sich dieses Vorhaben allerdings tatsächlich bis zum 238. Tag, zum geplanten Zieleinlauf in Schanghai am 04. November trägt, bleibt natürlich abzuwarten. Ambitioniert bleibt das Abenteuer aber ohnehin. Davon kann man sich auch auf den Social-Media-Kanälen von Kai Markus überzeugen, wo er laufend mit Bildern von dem Lauf seines Lebens und den spannenden, fernen Ländern berichtet (Facebook, Twitter).

Wir wünschen weiterhin: „#BeatYesterday!“

Über Kai Markus Xiong


Kai Markus (44) ist gelernter Wirtschaftsfachmann, selbstständiger Unternehmensberater und seit seiner Jugend begeisterter Ultraläufer. Seit 1998 ist er privat und beruflich mit China verbunden. Seinen großen Lauf startete er am 12. März in Hamburg.


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(Bildquellen: Kai Markus Xiong/privat)

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